POLEN
Informationen von Frau Dorota Ruszkowska-Heubach zu Ihrem
Vortrag vom 20.11.2003 bei BUNT „Die Polen sind..... von den
Klischees zum Portrait des unbekannten Nachbarn“
Zu Frau Dorota Ruszkowska-Heubach:
Geboren in Pulawy/Polen .Studium der Soziologie in Posen. Arbeitet als
Sprachlehrerin für Russisch und Polnisch, Dolmetscherin, Übersetzerin, Lektorin
und Referentin.
Seit 1990 Aufbau und Leitung einer Bibliothek mit polnischen Büchern in Bad
Cannstatt und Lehrauftrag an der Universität Stuttgart.
Seit 1996 stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Bildungszentrum zur
Förderung der polnischen Sprache, Kultur und Tradition bei der Polnischen
Katholischen Mission in Stuttgart e.V.“
Außerdem seit 2000 aktiv im Verein zur Pflege deutsch-polnischer Beziehungen in
Weinstadt und Projektleiterin der Polnischen Kulturtage 2002.
Kontakt:
dorota.ruszkowska@forum-polonicum.de
Eine Möglichkeit, Informationen über Polen, seine Kultur und die Beziehungen
zu Deutschland auszutauschen. Sie können sich auf diesen Seiten über Aktivitäten
informieren, die in Ihrer Umgebung stattfinden und Sie können andere
informieren, wenn Sie selbst Veranstaltungen organisieren.
Sie finden dort Aktuelles über Polen, über Prominente in Gegenwart oder
Vergangenheit, über Sehenswürdigkeiten und Kulturereignisse, Sitten, Gebräuche
und polnisches Essen (in zweisprachigen Texten, die als Übung für
Polnischlernende gedacht sind).
Auf der Seite "Fit für Polen" können Sie Ihre Sprachkenntnisse testen.
Statistische Daten Polens
- Fläche - 312 638 km²
- Grenzen : 2 888 km (Land*) + 491 km (Küste)
*davon: Deutschland 456; Tschechien 658; Slowakei 444; Ukraine 428;
Weißrussland 605; Litauen 91; Russland (Königsberg) 206.
- Einwohnerzahl* - 38,65 Millionen
* davon nationale Minderheiten:
Deutsche 300 000
Ukrainer 250 000
Weißrussen 200 000
Litauer 25 000
Slowaken u. Tschechen 20 000
- Die größten Städte:
Warszawa (Warschau) - 1 628 500
Łódź (Lodz) - 818 000
Kraków (Krakau) - 740 700
Wrocław (Breslau) - 646 000
Poznań(Posen) - 580 000
Gdańsk (Danzig) - 462 300
Szczecin (Stettin) - 418 800
Bydgoszcz (Bromberg) - 386 600
Lublin - 355 400
Katowice (Kattowitz) - 351 000
- Religionen
Katholiken 94%
Orthodoxe 550 000
Protestanten 270 000
Unierte 150 000
Altkatholiken 80 000
Zeugen Jehovas 60 000
Moslems 15 000
Juden 9000
Das polnische Alphabet
- A - wie August der Starke, König von Sachsen und Wahlkönig von Polen.
- ą - wie on in Bonbon; wie Śląsk - Schlesien, Land der Begegnung (und
leider auch Konflikte) zwischen Polen, Deutschen und Tschechen.
- B - wie brydż (bridge), von vielen Polen leidenschaftlich gerne gespielt.
- C - wie całować (küssen), 3 mal auf die Wangen = eine Begrüßung auf
polnisch; (ausgespr. wie z in Zelle).
Ć - (tschi) - Endung der meisten Verben in Grundform.
- Ch - wie h ausgesprochen, ist eine von vielen ortographischen Fallen für
polnische Schüler.
- Cz - (tsch) - wie Częstochowa - eine Stadt, wo sich das bekannteste
Sanktuarium und Pilgerort befinden: Das Kloster am Hellen Berge mit der Ikone
der
Schwarzen Madonna.
- D - wie Jan Henryk Dąbrowski ( über ihn singen die Polen in ihrer
Nationalhymne).
- Dz - (ds) - wie pieniądze (Geld).
- Dź , dzi - (dschi) wie Dzień dobry! (Guten Tag).
- Dż - (dsch) dżdża (feiner Regen), polnischer Zungenbrecher.
- E - wie Esperanto, diese internationale Sprache wurde von dem Warschauer,
Arzt und Polyglotten Ludwik Zamenhof entwickelt.
- Ę - wie in bei Bassin, kommt in dem Namen Wałęsa vor.
- F - Wie fasola - die echten Schwaben werden schon wissen, was es bedeutet!
- G - wie gryka (Buchweizen) eine wichtige Beilage in der polnischen Küche.
- H - wie hala - Weideland in Tatra (Karpaten) oft oberhalb der Baumgrenze.
- I - bedeutet auf deutsch „und“
- J - wie Jan Paweł II - Papst seit 1978.
- K - wie kolęda (Weihnachtslied)
- L - Lech, Czech und Rus nach der Legende die drei Brüder, deren Wege sich
nach dem gemeinsamen Wandern trennten. Rus ging `gen Osten, Czech `gen Süden,
und Lech nach Westen. Sie gründeten ihre Städte die später zu den Staaten
wurden. Lech suchte dafür ein Ort aus, wo er ein Nest des weißen Adlers
entdeckte. Daher stammt das polnische Staatswappen.
- Ł - wie u in kauen, Łódź ist eine Partnerstadt von Stuttgart, Sitz der
bekannten Filmhochschule, die Regisseure wie Andrzej Wajda, Roman Polański,
Krzysztof Kieślowski, Krzysztof Zanussi hervorbrachte.
- M - wie mesjanizm polski (polnischer Messianismus) philosophisches Konzept
in der
Romantik, demnach Polen ein „Messias der Nationen“ sei und durch seinen
Leidensweg zur „Erlösung“ der anderen Völker bestimmt sei.
- N - wie Niemcy - Deutschland und die Deutschen.
- ń- wie gn in Kogniak, koń (der Pferd) ist ein wichtiger Symboltier, der in
historischen Gemälden und Filmen eine wichtige Rolle spielt.
- O - wie Odra - Grenzfluß zwischen Deutschland und Polen.
- Ó - gesprochen wie u, aber je nach Schreibweise verändert die Bedeutung
eines Wortes: lód (Eis) - lud (Volk).
- P - wie pierogi (gekochte Teigtaschen) oder paszteciki, kulebiaczki
(gebackene Teigtaschen) mit verschiedenen Füllungen.
- R - wird im Polnischen gerollt, ähnlich wie in Bayern.
- Rz - wie g in Garage, genau gleich ausgesprochen wie ż ( vorletzte
Buchstabe des Alphabets). Damit ist rzeżucha (Kresse) ein Horror für polnische
Schüler.
- S - wie s in was, erster Buchstabe von „Solidarność“, der Name einer
Bewegung und der Gewerkschaft mit der die Veränderungen in Polen begannen und
die an dem Zerfall des Ostblocks maßgebend beteiligt war.
- Ś - (schi) święto (Feiertag)
- Sz - (sch) szopka, Krakauer Spezialität : Puppentheater in Form einer
kleinen Kirche, die für eine Kulisse für Mysterien, Spiele der Weihnachtszeit,
später für politische Kabarettvorstellungen benutzt wurde.
- T - wie „tak“ (ja).
- U - wie Ursus - polnische Traktorenfabrik, bekannt auch für
Arbeiterproteste zur Zeit der Kommunistischen Herrschaft.
- W - wie Wierzynek - Name des bekannten Restaurantsin Krakau; sein Gründer
der eigentlich Wirsing(oder Werzig) hieß und vermutlich aus Deutschland
stammte, hat 1364 im Namen des Krakauer Stadtrates ein Festmahl für die Gäste
des polnischen Königs Kazimierz III (den Großen) gegeben. Es war ein richtiges
„Gipfeltreffen“ der Könige von Polen, Ungarn, Zypern, Dänemark, des Kaisers
Karl des IV und einigen Fürsten.
Y - wie i in Tisch; wie „na ty“ - per Du.
- Z - wie s in Suppe; wie „Do zobaczenia“ - Auf Wiedersehen!
- Ż - wie rz; Żydzi (die Juden) schon im Mittelalter nach Polen gekommen, wo
sie mehr Rechte hatten als anderswo. Einflüsse ihrer Kultur sind in Polen
gegenwärtig.
- Ź - (si) źdźbło (der Halm) - noch ein Zungenbrecher!
Polnische Küche - eine kleine Auswahl
Roten-Rübensuppe ( barszcz czerwony)
½ L Gemüse- oder Fleischbrühe, ½ L Rotenrübenmost (in Reformhaus erhältlich),
5 Pfefferkörner, 3 Pimentkörner, 1 Lorbeerblatt, eventuell 1 grob geschnittene
Knoblauchzehe, Räucherfond(aus Wurst oder Schinken).
Gemüsebrühe mit den Gewürzen aufkochen, Rotenrübenmost und Knoblauch dazu geben,
erwärmen aber nicht kochen. Durch ein Sieb in die Tassen oder auf die Teller
gießen.
Sauermehlsuppe (żur)
Sauermehlsud: 5 gehäufte Essl. Roggenmehl, ¾ L kaltes Wasser, 1
durchgeschnittene Knoblauchzehe, eventuell 1 kleine Scheibe Sauerteigbrot (am
besten trocken).
Die Zutaten vermischen und Brot dazu legen. Am warmen Ort (in der nähe vom Herd
oder Heizkörper) stehen lassen. Jeden Tag mit einem Holzlöffel umrühren. Am
zweiten Tag Brot entfernen. Nach 4 bis 7 Tagen schmeckt und riecht säuerlich und
ist fertig. Abgefüllt in Gläser im Kühlschrank aufbewahren (nicht länger als ca.
14 Tage).
Suppe: Kartoffeln schälen und würfeln, mit Gemüse- oder Fleischbrühe
(die Brühe soll die Kartoffeln nur leicht bedecken), 2 Essl. getrockneten
Majoran, Pfeffer- und Pimentkörner, Lorbeerblatt weich kochen. Sauermehlsud
dazugeben, zum kochen bringen. Eine zerdrückte Knoblauchzehe und eventuell Wurst
in kleinen Scheiben dazu geben. Auf dem Teller mit Stückchen von gekochten Eiern
und einem Schuss Sahne servieren. Dazu Brot (mit Butter oder mit Schmalz ).
Teig für gebackene Teigtaschen (kulebiaczki)
500g Weizen- oder Dinkelmehl (davon kann250g Vollkorn sein) , 250g Margarine,
4 Eigelb, 50g Frischhefe (bzw. entsprechend Trockenhefe), 3 Essl. Zucker, Prise
Salz, 150g Sauerrahm.
Hefe mit Zucker trocken sehr gut vermischen bis sie flüssig sind, Mehl, Butter,
Eier, Salz einarbeiten, anschließend so viel Sahne dazu geben und so verkneten,
dass der Teig elastisch wird nicht an den Händen klebt. Kurz zugedeckt ruhen
lassen (nicht im Kühlschrank!) Auf dem bemehlten Brett ca. 0,8cm dick auswellen,
Kreise von 5 cm Durchmesser ausstechen (oder kleine Stücke des Teigs abreißen
und handtellergroß formen), mit der Füllung füllen, die Ränder fest
zusammendrücken, auf einem bemehlten Blech (oder Backpapier) legen und ca. 30
Min., mit einem Tuch zugedeckt, gehen lassen. Mit Eiweiß bestreichen und im
vorgeheizten Backofen (180° C), in der mittleren Schiene 30 -40 Min. backen.
Sauerkraut mit Pilze - Füllung
(für ca. 53 Teigtaschen)
750 g. Sauerkraut, 1 Zwiebel, 340 g Pilze, Fett, Salz , Pfeffer.
Sauerkraut fein schneiden, in die Pilze - Füllung (vorbereitet wie oben)
unterrühren und kurz zusammendünsten.
Fleisch -Linsen Füllung
500g gekochten Fleisch, 300g kleine Linsen, 2 Zwiebeln, Öl, Salz, Pfeffer,
Kräuter. Linsen kochen und mit Fleisch durch den Fleischwolf drehen (oder
mixen), Zwiebeln würfeln, anbraten, Linsen und Fleisch dazu geben, kurz zusammen
braten, würzen.
Honigkuchen (piernik)
- für 2 längliche Kastenformen
Zutaten: 500g Mehl, je 1Glas saure Sahne, Zucker, und Honig, 2 Eier, 1
gestrichenen Teel. Natron, 3-4 Essl. Olivenöl, trockene Früchte, Nüsse und
Mandeln in Würfeln geschnitten, ½ Teel. gemahlene Nelken, je eine Messerspitze
Ingwer und Muskatnuss, Fett, Semmelmehl oder Weizengrieß fürs Blech.
Zubereitung: Flüssigen, lauwarmen Honig mit Mehl, Eiern, Zucker,
Sahne, Öl, Natron und Gewürzen gut zu einem glatten Teig verrühren. Kastenbleche
einfetten und mit Semmel-mehl oder Weizengrieß bestreuen. Die Hälfte des Teigs
in den Kastenblechen verteilen, die trockenen Fruchte darauf streuen und mit
restlichem Teig bedecken. Im vorgewärmten Backofen bei 180°-190°C 45-60 Min.
backen.
BUNT
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